16.12.2016
Jahresrückblick 2016

<b>„Sozialen Zusammenhalt stärken“ – Walter Blüchert Stiftung engagiert sich für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe</b>

Unser Land gehört zu den führenden Wirtschafts- und Exportnationen weltweit. Mit Innovationsfähigkeit, Sozialpartnerschaft und sozialem Zusammenhalt haben wir die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre besser als viele andere bewältigt. Vor allem der soziale Zusammenhalt – das gemeinsam verantwortete Zusammenspiel von Menschen, Unternehmen, Organisation und Technik in der Arbeitswelt – trägt entscheidend zum Erfolg bei und macht Deutschland stark. Aber: Immer mehr Menschen fühlen sich chancenlos, ausgegrenzt in einer Parallelgesellschaft, haben Angst, abgehängt zu werden. <b>Stiftungen können helfen</b> Stiftungen können eine wichtige Rolle dabei spielen, dass unser Gemeinwesen funktioniert! In unseren Projekten haben wir in diesem Jahr mehrfach erfahren, dass wir keineswegs nur dank finanzieller Mittel, sondern auch durch unsere Mittler-Rolle, durch Gespräche und Netzwerk-Arbeit, durch Schulung und Coaching, also durch „Kümmern“, in der Lage sind, Kräfte zu bündeln und neue, andere Werte zu aufzudecken. Die Partnerschaften, die wir als gemeinnütziger Akteur beispielsweise mit Kommunen, Schulen, Verbänden und dem Land Nordrhein-Westfalen eingehen konnten, helfen den Menschen, persönliche und gesellschaftliche Barrieren zu überwinden, ermöglichen ihnen gesellschaftliche Teilhabe und stärken die Zivilgesellschaft. <b>Integrationsprogramm auch in Münster, Bielefeld und im Kreis Recklinghausen</b> Mit dem Projekt „angekommen in deiner Stadt“ unterstützen wir junge Geflüchtete zwischen 16 und 25 Jahren, die in Deutschland einen Schulabschluss machen und einen Beruf erlernen wollen, mit einem maßgeschneiderten Konzept. In diesem Jahr konnten wir das Programm, das 2015 in Dortmund als Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW und der Stadt Dortmund gestartet war, auch in den Städten Münster und Bielefeld sowie im Kreis Recklinghausen etablieren. In Dortmund können fast 1000 Schüler in 50 Klassen vom „angekommen“-Programm profitieren. Für 2017 ist eine weitere Kooperation mit der Stadt Essen geplant. <b>„angekommen in deiner Stadt Dortmund“ – ausgezeichnet</b> Deutschlands First Lady Daniela Schadt wählte im Oktober aus der bundesweiten Integrationsinitiative „Willkommen im Fußball“ das Dortmunder Bündnis mit den „angekommen“-Jugendlichen aus, um mit dem Besuch ihre Anerkennung für die dort geleistete Arbeit zu unterstreichen. Das Kooperationsprojekt Creativity Connected! der Dortmunder Johann-Gutenberg-Realschule, des Paul-Ehrlich-Berufskollegs und des Projektes „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ wurde 2016 mit dem „Mixed-up“ Preis ausgezeichnet, verliehen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. In gemeinsamen Kreativ-Workshops entdecken die Jugendlichen die Mitgestaltungsmöglichkeiten einer gemeinsam angelegten Zukunft – unabhängig von ihren ganz unterschiedlichen Biografien. <b>In Hochform durch Eins-zu-eins-Coaching</b> Für ausländische Akademiker der MINT-Fächer, die als Flüchtlinge in Deutschland leben, aber keine adäquate Arbeit finden, hat die Walter Blüchert Stiftung 2015 gemeinsam mit der Deutschen Universitätsstiftung das Projekt „hochform“ gegründet. Das persönliche Eins-zu-eins-Coaching durch einen Hochschullehrer während eines ergänzenden Master-Studiums bietet Orientierungshilfe und trägt dazu bei, dass die jungen Menschen fit werden für den deutschen Arbeitsmarkt. Zum Wintersemester 2016/17 ging bundesweit der 2. Jahrgang an den Start. <b>Schule – und dann?</b> In Deutschland ist der Übergang von der Schule in die Ausbildung für manche Jugendliche eine große Herausforderung. Welchen Weg sollen sie einschlagen? Wie geht es weiter? Die Walter Blüchert Stiftung setzt sich derzeit mit mehreren Projekten dafür ein, Jugendliche mit weniger günstigen Startbedingungen in dieser Entscheidung zu unterstützen und ihnen Orientierungshilfe zu geben. „Was geht! Rein in die Zukunft“ heißt unser Programm, mit dem wir seit 2014 Gütersloher Realschülern dabei helfen, ihre Stärken zu erkennen und gemeinsam mit Trainern und Coaches Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Wir begleiten die Jugendlichen jeweils über zwei Jahre bis zum Schulabschluss und anschließend noch ein Jahr beim Start in die Ausbildung oder auf der weiterführenden Schule. 2016 startete der dritte Jahrgang mit 67 Schülern. Insgesamt werden derzeit in allen drei Jahrgängen mehr als 200 Jugendliche gefördert. In unserem Projekt „Durchstarten in die Ausbildung“ helfen wir jungen Menschen, die sich ausgegrenzt fühlen und große Schwierigkeiten hatten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Derzeit werden 13 Azubis durch persönliches Einzel-Coaching betreut. Die Walter Blüchert Stiftung übernimmt einen Großteil der Ausbildungskosten. <b>Agentur für Arbeit als Kooperationspartner</b> Neu ist unser „was geht!“-Programm am Standort Dortmund, das wir dort zusammen mit der Agentur für Arbeit, der Stadt und den acht städtischen Berufskollegs im Bildungsgang Berufsfachschule Typ II konzipiert haben. In dieser Lebensphase haben die Jugendlichen bereits ein Berufsfeld gewählt und setzen ihren in der Sekundarstufe I begonnenen Berufsorientierungsprozess systematisch fort. Sie lernen, selbst zu entscheiden, was für sie das Richtige ist und wie es für sie nach dem Besuch des Bildungsganges weitergeht. Professionelle was geht!-Mentoren, Coaches und Trainer helfen ihnen dabei. Zum Auftakt haben sich in diesem Jahr 60 Jugendliche erfolgreich beworben. Die Agentur für Arbeit flankiert das Projekt mit ihren Instrumenten wie den ausbildungsbegleitenden Hilfen oder der assistierten Ausbildung. Auch die Städte Münster und Gütersloh signalisieren Interesse an diesem richtungsweisendem „was geht!“-Konzept. <b>Neue wir2-Partner im Erzbistum Köln und Paderborn</b> Mit all ihren Projekten unterstützt die Walter Blüchert Stiftung Menschen dabei, persönliche Krisen zu meistern und gesellschaftliche Barrieren zu überwinden, damit sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das gilt auch für unser Programm „wir2“. Das Bindungstraining bietet Alleinerziehenden, die Hilfe suchen, professionelle Unterstützung an: wohnortnah, abgestimmt auf die besondere Lebenssituation, mit Kinderbetreuung und für die Alleinerziehenden kostenlos. In zwanzig Gruppensitzungen fördert wir2 präventiv das seelische Gleichgewicht der Alleinerziehenden. Nachdem die Städte Dormagen, Hilden und Neuss wir2 bereits seit der Entwicklungsphase begleiten und erfolgreich Trainings anbieten, ist es gelungen, im Jahr 2016 zahlreiche neue Social Franchisepartner für das Programm zu gewinnen: den Diözesan-Caritasverband im Erzbistum Köln und die Ehe-, Familien- und Lebenshilfe des Erzbistums Paderborn, den gemeinnützigen Verein Sambucus in Rotenburg/Wümme, Reha-Kliniken und weitere Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Wir werden uns auch im neuen Jahr für eine weitere Verbreitung des wir2-Bindungsprogramms engagieren. <b>Den sozialen Zusammenhalt stärken</b> Je früher es gelingt, Menschen beim Überwinden von persönlichen und sozialen Hürden zu helfen, ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenzen zu fördern, desto größer sind die Chancen, dass sie mitgenommen werden und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gelingt. So trägt zielgerichtete Stiftungsarbeit dazu bei, den sozialen Zusammenhalt in unserem Land zu stärken – und dabei gleichzeitig die hohen volkswirtschaftlichen Kosten zu senken, die durch lebenslange Abhängigkeit von staatlicher Hilfe entstehen. Wir freuen uns über alle Partner, die mitmachen! Gesellschaftliche Teilnahme fördern – Hilfe, die ankommt: Das wird auch 2017 die Mission der Walter Blüchert Stiftung sein. Mit den besten Wünschen für ein friedliches und erfolgreiches neues Jahr Ihr Gunter Thielen

„angekommen in deiner Stadt Münster“ startet: NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, Prof. Dr. Gunter Thielen, Walter Blüchert Stiftung, Dr. Marianne Ravenstein, WWU Münster, Ingrid Kramer Walter Blüchert Stiftung, und Münsters OB Markus Lewe

First Lady besucht Dortmunder Fußballer: v.l. Ingrid Kramer, Walter Blüchert Stiftung, Projektleiter Wolfgang Euteneuer, Daniela Schadt, Martina Raddatz-Nowack, Fachbereichsleiterin Schule Stadt Dortmund, und Klaus Banaszak, stellv. Projektleiter

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