09.04.2019
Informieren, Potenziale entwickeln, Orientierung geben: „was geht!“ unterstützt beim Übergang zwischen Schule und Beruf

Gütersloh, 2. April 2019 – Fast 58.000 Ausbildungsplätze blieben im vergangenen Jahr unbesetzt, jeder fünfte Ausbildungsvertrag wird vorzeitig aufgelöst und mehr als zwei Millionen junge Erwachsene haben keinen Berufsabschluss: Zahlen, die zeigen, welches enorme Nachwuchspotenzial dem Wirtschaftsstandort Deutschland jedes Jahr verloren geht. Nach einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zählen Unkenntnis über die Arbeitswelt und unklare Berufsvorstellungen zu den wesentlichen Ursachen für einen holprigen Start ins Berufsleben. Das Projekt „was geht!“ der Walter Blüchert Stiftung setzt genau hier an und unterstützt mit individueller Beratung und Begleitung. Der Erfolg kann sich sehen lassen: So wechseln jeweils rund 40 Prozent der Realschüler in die gymnasiale Oberstufe oder ins Berufskolleg, die anderen können in Ausbildungen vermittelt werden. 2019 werden neue „was geht!“-Standorte dazukommen.

Ziel von „was geht!“ ist es, möglichst viele Schülerinnen und Schüler fit für den Arbeitsmarkt zu machen oder sie für den nächsthöheren Schulabschluss zu qualifizieren. Außerdem soll die Zahl der Ausbildungsabbrüche reduziert werden. „Wir helfen den Jugendlichen, den manchmal schwierigen Übergang zwischen Schule und Beruf erfolgreich zu meistern“, sagt Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung. „Dazu fördern wir sie sehr individuell – und sehr praxisbezogen.“

2014 wurde der Grundstein für „was geht!“ in Gütersloh gelegt. Dort können Schülerinnen und Schüler von Realschulen an dem dreijährigen Programm teilnehmen. Erst im Februar wurden 64 Schülerinnen und Schüler in den neuen, inzwischen sechsten Jahrgang aufgenommen. Im Jahr 2016 startete „was geht!“ außerdem im Bildungsgang Berufsfachschule Typ II an Berufskollegs. Hier läuft das Programm über zwei Jahre. Derzeit wird das Berufskolleg-Modell in Dortmund, Münster, Bielefeld und Essen umgesetzt. 2019 werden drei neue Standorte in großen Städten dazukommen.

„was geht!“ vermittelt motivierten Schülerinnen und Schülern fundiertes Wissen über den Arbeitsmarkt, damit sie eine begründete Entscheidung zur Aufnahme einer Berufsausbildung treffen können. Dazu erhalten sie im ersten Förderjahr vielfältige Unterstützungsangebote in Form von Workshops, Mentoring und Exkursionen.

Workshops, Exkursionen und Mentoren unterstützen bei der beruflichen Orientierung

In den Workshops geht es um die eigenen Stärken und die Planung der beruflichen Zukunft. Außerdem werden Kommunikationskompetenzen vermittelt, die Motivation gestärkt und ein Bewerbungstraining durchgeführt. Die Teilnehmenden werden durch qualifizierte Mentoren intensiv betreut. Dazu treffen sie sich alle zwei Wochen in Kleingruppen, um alle Fragen rund um die Themen „berufliche Perspektiven“ und „Persönlichkeitsentwicklung“ zu besprechen. Exkursionen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, vertiefende Einblicke in die berufliche Praxis zu gewinnen. Die Teilnehmenden können Kontakte in für sie interessante Branchen knüpfen und auf sich als potenzielle Auszubildende aufmerksam machen. Um an dem Programm teilzunehmen, müssen sich Schülerinnen und Schüler schriftlich sowie in einem persönlichen Gespräch bewerben. Dabei verpflichten sie sich, die während des Förderzeitraums stattfindenden Angebote wahrzunehmen.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für das „was geht!“-Projekt ist die Bündelung des Know-hows der teilnehmenden Kooperationspartner. Dazu zählen die jeweiligen Kommunen, Agenturen für Arbeit beziehungsweise Jobcenter sowie die städtischen Berufskollegs. Auf diese Weise wird ein starkes Aus- und Weiterbildungsnetzwerk aufgebaut und etabliert.

Neun von zehn Teilnehmern schaffen den Übergang

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mehr als 90% der Teilnehmenden gestalten für sich im ersten Förderjahr erfolgreich einen Übergang in Ausbildung, weiterführende Schule, Freiwilliges Soziales Jahr oder andere Maßnahmen. So sind beispielsweise in Gütersloh in den ersten beiden Jahrgängen 40 beziehungsweise 43 Prozent der Teilnehmer in die gymnasiale Oberstufe gewechselt, 43 beziehungsweise 38 Prozent haben sich für das Berufskolleg entschieden, 13 beziehungsweise 19 Prozent sind in eine Ausbildung gewechselt. Von den knapp 40 beziehungsweise 30 Berufskolleg-Teilnehmern, die in Dortmund bislang das zweite Förderjahr durchliefen, hat jeweils ein Drittel Fachabitur gemacht oder eine Ausbildung angetreten, die anderen wurden in Praktika oder ein Freiwilliges Soziales Jahr vermittelt.

„Das Wichtigste, das wir den Schülerinnen und Schülern im `was geht!`-Programm vermitteln können, ist, dass uns jede und jeder einzelne am Herzen liegt. Wir geben ihnen die Chance, den jeweils besten Weg ins berufliche Leben zu finden. Das stärkt, motiviert und beflügelt sie und ist für uns jedes Mal eine unglaublich bereichernde Erfahrung“, so Thielen.

Mehr Infos gibt es unter: http://www.schule-was-geht.de



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