17.12.2014
Barrieren überwinden: Walter Blüchert Stiftung blickt auf erfolgreiche Aufbauphase zurück

Benchmark-Projekte 2015: Jugendliche und Alleinerziehende bleiben im Förder-Fokus

Du kannst mehr, als Du denkst! Dieser Slogan steht für die Projektarbeit der Walter Blüchert Stiftung im Jahr 2014. Wir hatten uns eine Menge vorgenommen: nicht nur externe Projekte fördern, sondern unter dem Motto „Barrieren überwinden - Hilfe, die ankommt“ auch mit eigenen Programmen an den Start gehen! Der Blick zurück zeigt: Es war ein erfolgreiches Jahr. Wir haben viel bewegt und eine Menge erreicht. Unser Stiftungsauftrag ist, mit all unseren Förder-Aktivitäten Menschen zu helfen, damit sie Krisen meistern, ihre Potenziale entwickeln und gesellschaftliche Hürden sowie persönliche Hindernisse überwinden können. In zahlreichen Fällen konnten wir in diesem Jahr mit Einzelförderungen Hilfe in Notlagen leisten und Bitten um individuelle Unterstützung erfüllen. <b>Hilfe für Kinder und Jugendliche: Mit „was geht!“ rein in die Zukunft</b> Im Fokus der Stiftungsarbeit standen im Jahr 2014 Kinder und Jugendliche sowie Alleinerziehende. Mit unserem Leuchtturm-Projekt „was geht!“ sind wir zu Jahresbeginn gestartet. Das Programm fördert jeweils drei Jahre lang Gütersloher Realschüler, die spüren, welche Stärken in ihnen stecken, aber nicht wissen, wie sie diese Fähigkeiten einsetzen können. Mit 15 ehrenamtlichen Mentoren und einem individuellen Trainingsprogramm helfen wir ihnen, für sich herauszufinden, welcher Bildungs- und Berufsweg für sie richtig ist. Pro Jahrgang werden wir ca. 90 Schülerinnenund Schüler während der beiden letzten Schuljahre und im ersten Ausbildungsjahr begleiten. Jährlich kommen 90 dazu, so dass 2017 insgesamt etwa 270 Realschüler von unserem Angebot profitieren können. <b>Signal gegen Fachkräftemangel</b> Mit dem Programm „was geht!“ wollen wir Realschüler vor demotivierenden Erlebnissen an der Schwelle zur Berufstätigkeit bewahren – und zugleich ein Signal gegen den drohenden Fachkräftemangel setzen: Jedes Jahr brechen ein Viertel aller Jugendlichen ihre Ausbildung ab. Zugleich bleiben 70.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Wenn aber so viele Jugendliche wie nur möglich erfolgreich ins Berufsleben starten, ist das auch für unser Land ein großer Gewinn. <b>Ab 2015: „was geht!“ nicht nur in Gütersloh</b> Es gibt bereits von verschiedenen Seiten Anfragen zu „was geht!“. Wir freuen uns sehr, dass sich u.a. die Stadt München und die Bildungsagentur für unser Realschulprogramm interessieren. So können wir schon im kommenden Jahr – analog zum Gütersloher Pilotprojekt – „was geht!“ an ausgewählten Realschulen in München etablieren. Wir sind überzeugt: Gerade in Zeiten des demographischen Wandels ist unsere Gesellschaft angewiesen auf das Potenzial dieser jungen Menschen! Sie sind die Facharbeiter, Akademiker und Dienstleister von morgen. Deshalb investieren wir in die Förderung und damit in die Zukunft der Schülerinnen und Schüler. <b>Fördermittel kommen auch der Gesellschaft zugute</b> 2014 hat die Walter Blüchert Stiftung mit ihren Finanzmitteln insbesondere Projekte für Kinder und Jugendliche gefördert. Dazu gehören „Zeig, was Du kannst!“ für Hauptschüler, die Münchener „SchlaU-Schule“ mit ihrem schulanalogen Unterricht für Flüchtlingskinder, das Mentorenprojekt „Balu und Du“ für Grundschüler und auch das Justus-Delbrück-Haus für Straßenkinder, das wir gemeinsam mit Karuna Deutschland unterstützen. Hier hat unser Engagement dazu beigetragen, dass der 1. Bundeskongress der Straßenkinder ins Leben gerufen wurde. Die Jugendlichen durften Bundesjugendministerin Manuela Schwesig ihren Ideen- und Forderungskatalog überreichen. Auch unsere neue Kooperation mit der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld hilft jungen Menschen: Hier unterstützen wir über drei Jahre das Projekt „FörBi“, bei dem Lehramt-Studierende jedes Jahr ehrenamtlich etwa 300 Schülern nicht deutscher Herkunftssprachen Förderunterricht erteilen. Mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche haben bisher von unserem Engagement profitiert. Wir konnten dazu beitragen, dass sie ihre Stärken entdecken, ihr Leben selbstbewusst in die Hand nehmen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Und wir sind sicher: Diese Investitionen kommen unserer Gesellschaft insgesamt zugute. <b>Hilfe für Alleinerziehende: „wir2“ macht Mütter stark für die Zukunft</b> Studien belegen: Viele alleinerziehende Mütter fühlen sich ausgegrenzt aus dem gesellschaftlichen Leben, sind durch die Trennung belastet. Fast ein Drittel der Frauen muss Hartz IV oder Transferleistungen in Anspruch nehmen. Die Gesamtsituation macht ihnen zu schaffen – das bekommen oft auch die Kinder zu spüren. Mit dem neuen Programm „wir2“ hat sich die Walter Blüchert Stiftung das ehrgeizige Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten fünf Jahre jährlich bis zu 1.000 belastete alleinerziehende Mütter dabei zu unterstützen, die innere Balance wieder zu finden. Ein sehr ambitioniertes Vorhaben – das ist uns bewusst. Beim Bindungstraining – übrigens ein kostenloses Angebot für die Betroffenen – können die Mütter Selbstvertrauen und vor allem Kraft gewinnen, um sich den Herausforderungen als Alleinerziehende zu stellen und auch die Nöte und Bedürfnisse ihrer Kinder wahrzunehmen. <b>Social Franchise Partner gesucht!</b> Unsere Kurse werden im kommenden Jahr nicht nur an den aktuell rund 50 Standorten, sondern deutschlandweit angeboten. In größeren Kommunen suchen wir derzeit Interessenten, die per Social Franchising das „wir2“-Programm und die Bindungstrainings-Kurse für Mütter vor Ort durchführen möchten. Das eigens konzipierte Handbuch für Social Franchise-Nehmer wird dazu beitragen, dass konkret beschriebene Handlungsrichtlinien allen Beteiligten als Orientierungshilfe dienen, um „wir2“ aufzubauen. So lassen sich auch einheitliche Standards gewährleisten. Alle Social Franchise Partner verpflichten sich, das Handbuch als Grundlage für ihre Aktivitäten zu nutzen. <b>Inspiration für Politik und Wirtschaft</b> Unser Partner Prof. Dr. Matthias Franz, Neurologe und Psychoanalytiker an der Universitätsklinik Düsseldorf, hat das „wir2“- Bindungstraining entwickelt und erprobt sowie die Wirkung nachgewiesen. Das Projekt passt genau zum Konzept der Walter Blüchert Stiftung. Denn wir wollen durch das Fördern und Verbreiten von Modellprogrammen wie „wir2“ Politik und Wirtschaft inspirieren, gesellschaftliche Veränderung voranzutreiben und Barrieren abzubauen, die Menschen daran hindern, ihre Potenziale zu entfalten. <b>Neu: Ergänzende Kinder- und Notfallbetreuung</b> Es liegt auf der Hand: Ohne passende Kinderbetreuung können Alleinerziehende – zu 90 Prozent übrigens Frauen – meist kein ausreichendes Einkommen für ihre Familie erreichen. Sie arbeiten oft im Dienstleistungsbereich und in sozialen Berufen. Hier gehen die Arbeitszeiten in der Regel über die Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen hinaus. Deshalb realisiert die Walter Blüchert Stiftung in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV) drei Modellprojekte für „Ergänzende Kinderbetreuung und Notfallbetreuung für Einelternfamilien“, und zwar in Berlin, Essen und Rheinland-Pfalz. Wir setzen darauf, dass auch weitere Kommunen unsere Erfahrungen nutzen und diesem Beispiel folgen. <b>2015: Programm-Expansion und neue Initiativen</b> Für das kommende Jahr haben wir uns vorgenommen, mit unseren erfolgreich gestarteten Programmen möglichst viele Menschen zu erreichen. Unsere Modellprojekte lassen sich skalieren, so dass dem Ausbau und einer Expansion in andere Bundesländer und Kommunen nichts im Wege steht. Das „wir2“-Bindungstraining für alleinerziehende Mütter wollen wir an möglichst vielen Standorten in Deutschland anbieten. Auch das Realschulprogramm „was geht!“ dürfte noch den ein- oder anderen Schulträger interessieren. <b>Danke für Ihr Engagement!</b> Wir haben große Pläne für das kommende Jahr! Jeder, der zur Verbreitung unserer Programme beitragen möchte, ist herzlich zum Mitmachen eingeladen. Wir freuen uns auch 2015 auf spannende Projekte, aufregende Initiativen und anregende Kooperationen. Und wir hoffen, dass wir wieder feststellen werden: „Du kannst mehr, als Du denkst!“ Im Namen des Vorstandes sage ich allen Freunden und Partnern, den vielen ehrenamtlichen Helfern und den engagierten Kolleginnen und Kollegen, die unsere Projekte begleiten und voran bringen, ein ganz herzliches Dankeschön für ihren Einsatz und ihre Leistung. Es ist für mich eine große Freude und Bereicherung, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Bleiben Sie uns gewogen! Mit den besten Wünschen für ein erfolgreiches Jahr 2015 Ihr
Gunter Thielen


Willkommensgruß für die ersten Realschüler im Gütersloher Pilotprogramm „was geht!“

Zum Auftakt auf der Bühne: „was geht!“-Schüler und Projektverantwortliche mit der Gütersloher Bürgermeisterin Maria Unger, Gunter Thielen und der Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (Bildmitte)

Geben Starthilfe für Jugendliche beim Übergang in den Beruf: Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, die Bremer Bildungssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt und Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung (v.l.).

Bundesjugendministerin Manuela Schwesig diskutiert mit Delegierten des 1. Bundeskongresses der Straßenkinder über deren Forderungen und Ideen.

Kostenlos für Alleinerziehende: „wir2“ hilft den Müttern und damit auch ihren Kindern.

Prof. Dr. Matthias Franz beim Modellprogramm „wir2“: Das Bindungstraining ist erprobt und wirkt nachweislich.

Ratgeber wie Klaus Waldschmidt, Gründer des Solidaritätsfonds im ostwestfälischen Bad Oeynhausen, helfen dabei, neue Perspektiven für Jugendliche zu entwickeln.

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